In Bad Vilbel endete der erste Truppführer-Lehrgang des Jahres 2016 und 2 Bönstädter haben an diesem Lehrgang erfolgreich teilgenommen.


Der Wetteraukreis kann sich fortan über 24 neue Truppführer/innen freuen, die am Samstag (30.04.2016) gut vorbereitet und bestens ausgebildet von den Kreisausbildern Mario Migdalski (Lehrgangsleiter), Johannes Langstrof und Martin Schneider ihre Prüfungen ablegen konnten.
Die Teilnehmer kamen aus Ranstadt, Rodheim v. d. Höhe, Gelnhaar, Ortenberg, Butzbach, Niddatal, Bad Vilbel, Altenstadt, Okarben, Reichelsheim, Büdingen, Echzell, Limeshain und Eckartsborn.
Am 13. April ging es los. An 4 Abenden mit Theorie, 3 Abenden sowie 2 Samstagen mit Praxis war der Lehrgang straff gefüllt und beinhaltete zum einen die Vertiefung des Grundlehrgangswissens und weiterführende Kenntnisse.
Schwerpunkte waren der Löscheinsatz, ob mit Einsatz der tragbaren Leitern oder der Erzeugung von Schaum, ob Rettung aus Höhen oder aus „brennenden“ Kellern - viele Szenarien wurden geübt und anschließend kritisch besprochen, um Fehler oder Versäumnisse während der Übung auszuräumen.
Auch die Technische Hilfeleistung bei einem Verkehrsunfall wurde geübt, wobei Mario Migdalski und Johannes Langstrof ausdrücklich anmerkten, dass es einen gesonderten Lehrgang auf Kreisebene geben wird, der sich ausschließlich mit der „Technischen Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen“ (TH-VU) befasst. Dennoch wurden die einzelnen Aufgaben der Trupps, Vorgehensweise im Ernstfall, sowie Techniken zur „Rettungsöffnung“ besprochen und auch praktisch geübt. „Wo schneide ich das Dach auf, worauf muss ich achten, wer hat das Sagen an der Einsatzstelle“ und viele weitere Fragen wurden geklärt.
Der Einsatz bei „GABC" – Gefahrstoffe, Atomar, Biologisch, Chemisch war ebenfalls Thema des Truppführerlehrgangs.
Mit dem theoretischen Test ging es am Samstag früh los. Ein Fragebogen mit 30 Fragen musste beantwortet werden. Hier ergab sich ein Notendurchschnitt von 2,0 und zeigt somit den hohen Wissensstand aller Lehrgangteilnehmer, so Migdalski.
Auf dem Bauhof in Bad Vilbel-Dortelweil arbeiteten die Brandschützer unter den kritischen Augen von den Prüfern 1. stellv. KBI Michael Kinnel, KBM Meffert (Bad Vilbel) und 1.stellv. SBI Brückel (Münzenberg) 3 verschiedene Einsatzszenarien ab.
„Kellerbrand mit vermisster Person“ so lautete eine Alarmierung. Die Lehrgangsteilnehmer fanden eben diese Lage vor und schlugen sich achtbar. Der Kellerraum wurde stark mit Nebel verraucht, um eine realitätsnahe Situation darzustellen. Die eingesetzten Angriffstrupps mussten nun den Raum primär nach der vermissten Person systematisch durchsuchen, aber auch andere Gefahren, wie z.B. gefährliches Lagergut (evtl. Gasflaschen) beachten und gegebenenfalls „entschärfen“.
Ein Gefahrgutunfall mit auslaufender, vermeintlich gefährlicher Flüssigkeit stand ebenfalls auf dem Prüfungsplan. Besonders kam es auf das richtige Verhalten an der Einsatzstelle an, hierbei wurde (und wird) streng nach der „GAMS- REGEL“ vorgegangen :
• Gefahr erkennen
• Absperren
• Menschenrettung
• Spezialkräfte anfordern

Da das erstanrückende Löschgruppen- oder Hilfeleistungslöschfahrzeug in der Regel keine spezielle Schutzausrüstung wie Chemieschutzanzüge auf dem Fahrzeug verlastet haben, können in solch einem Gefahrgutunfall nur die Erstmaßnahmen ohne Gefährdung der Einsatzkräfte erfolgen. Eine Nachalarmierung von Spezialkräften ist das notwendige Vorgehen.

Hydraulische Rettungsgeräte waren beim Verkehrsunfall, dem dritten Szenario, nicht einzusetzen. Dafür aber Denkfähigkeit und die Fähigkeit, möglichst schnell einen Weg zur Lösung der Gefahrenbeseitigung zu finden. Die Brandschützer fanden ein auf der Seite liegenden PKW vor, unter dem eine Person eingeklemmt war. Zunächst musste der PKW, u.a mit einem Steckleiterteil, stabilisiert werden, um ein Umkippen zu vermeiden, denn dies würde die Einsatzkräfte und auch die eingeklemmte Person gefährden. Nachdem der PKW die nötige Stabilisierung hatte, konnte mit der Rettung fortgefahren werden, Ein Hebekissen wurde unter das Heck geschoben und langsam mit Druckluft gefüllt, sodass die, ständig vom Melder, betreute Person unter dem Fahrzeug herausgezogen werden konnte. Dies zeigte der Gruppe, dass man auch mit der Standardbeladung eines Löschgruppenfahrzeugs 16/12, ohne Schere und Spreizer, die technische Hilfeleistung effektiv bewältigen kann. (Leinen, Unterbauhölzer, Steckleiterteil(e) usw.)
Nach Abschluss aller Prüfungen übergaben die Kreisausbilder allen frischgebackenen Truppführern die Teilnehmerurkunde und noch ein paar „warme Worte“ für ihren zukünftigen Weg mit.
Der Lehrgang war in jeder Hinsicht ein voller Erfolg und machte allen Beteiligten großen Spaß und den Truppführern Lust auf weiterführende Lehrgänge.

[Text: Andrea B. (FF Butzbach), Fabian V. (FF Niddatal-Bönstadt);
Bilder: Andrea B. (FF Butzbach), Lucas T. (FF Rodheim v. d. Höhe), FF Bad Vilbel)]

 



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